Linz 09, Höhenrausch

Ja, am Sonntag hab ich zum ersten Mal (zumindest bewusst) eine Veranstaltung im Zusammenhang mit dem europäischen Kulturhauptstadtjahr 2009 in Linz besucht – den Höhenrausch. Als ich vor Wochen das Riesenrad am Dach des Passage-Kaufhauses entdeckt hatte, wurde ich schon neugierig. Dann kamen die Ankündigen – auf Stegen könnte man sich über den Linzer Dächern fortbewegen und die Stadt aus einer neuen Perspektive erkunden. Klingt gut! Die erste Ernüchterung – der Eintrittspreis von regulär € 10, ermäßigt € 7. Der Plan, mir das anzusehen, stand trotzdem. Letzte Woche bekam ich dann netterweise von Sara eine Mail weitergeleitet, dass man am Sonntag mit einer Ausgabe des Standard unterm Arm freien Eintritt zum Höhenrausch bekäme. Das nutzten Stefan und ich natürlich aus! Unser Fazit – das Riesenrad ist wirklich fast das beste an dem Ganzen. Eine Installation, bestehend aus Duschen, die das Wasser mit variierendem Druck abgeben und so auf Regenschirmen als Membran bekannte Melodien wiedergeben fanden wir auch toll. Ansonsten… das Ausmaß der Stege und die Aussicht von dort sind eher enttäuschend (einmal sieht man direkt senkrecht auf die Landstraße hinunter, das ist nicht schlecht). Wer Linz von oben sehen will, ist mit dem Schlossberg oder der Franz-Josef-Warte (Panorama von ebendort) besser beraten. Die Installationen… vielleicht für Freunde moderner Kunst spannend, wir konnten nicht viel damit anfangen. Dafür gönnten wir uns nachher um das Geld, das wir zum Glück nicht für den Eintritt ausgegeben hatten, was Leckeres im Lokanta Oriente am OK-Platz :-)
Ich fliiiege! Riesenrad Mehr Fotos

Webermarkt Haslach

Am Samstag haben wir die Reise ins nördliche Mühlviertel angetreten. Dort entlang der Weberstraße, wo früher Flachs angebaut wurde und noch heute Leinen produziert wird, findet alljährlich ein internationaler Webermarkt statt. Wunderschöne Produkte zu leider (gerechtfertigt) hohen Preisen gibt es dort zu bewundern und zu kaufen. Was mich besonders begeistert hat, waren die Handpuppen von Ulrike Unterlass (zwei Mal auf den Namen klicken, dann links oben erst auf Filzwerkstatt, dann auf Handpuppen – dort kann man sie alle sehen).
Zungenzeiger-Schweinehund Filzlaus, Honigschlecker-Blaubär

Außerdem haben wir meinen „Brettchen-Dealer“ Friedrich und seine Frau getroffen und das Webereimuseum besichtigt. Natürlich kann man so einen Markt nicht besuchen und nicht auch irgendwas mitnehmen. Ich hab mir ein lustiges T-Shirt mit Schafen von Kontaktil geleistet und wie wir hofften, wurde auch Honig angeboten, den wir am Rückweg zum Auto mitnehmen wollten. Als wir wieder beim Stand des Imkers vorbeikamen, war dieser schon am einpacken, hatte aber auf Nachfragen noch ein Glas für uns und wir haben uns ein bisschen unterhalten. Offenbar waren wir ihm synpathisch und als wir fragten, ob er auch Met herstellt, schenkte er uns eine Flasche und meinte: „Wenn er euch schmeckt, meldet ihr euch!“ Wir konnten es gar nicht glauben! Wo erlebt man denn so was noch? Der Honig (um nur 7 € das Kilo) ist jedenfalls ausgezeichnet, den Met haben wir noch nicht gekostet, und deswegen hier etwas Werbung für

Fred Engleder, Schulgasse 8, 4170 Haslach a.d.M., +436507106113

Auf der Anreise wurden wir spontan von Isi, die momentan in der Kulturfabrik Helfenberg werkelt und uns leider nicht begleiten konnte, auf ein Mittagessen eingeladen. Danke nochmal! :-)

Pflasterspektakel

Letzten Donnerstag bis Samstag fand in Linz wieder das alljährliche Pflasterspektakel statt. Leider war an den ersten beiden Tagen das Wetter ziemlich durchwachsen. Trotzdem ist am Freitag Nachmittag meine Mutter auf Besuch gekommen und wir haben uns in die (nassen) Massen gestürzt. Kleine Highlights im strömenden Regen waren die 2 Clowns mit LinzAG Regenhäuten und das Duo Hand in Hand unter der Markise vom Blue auf der Landstraße, die die Leute noch trotz Regenschirmen zum Klatschen und Mitmachen animieren konnten.

Als es später endlich auflockerte war mein persönlicher Höhepunkt auf jeden Fall wieder einmal Rhiannon, von denen wir jetzt endlich auch eine CD besitzen. Reinhören lohnt sich!

Bruckner Open-Air 2008

Dieses fand gestern zum zweiten Mal bei freiem Eintritt am Linzer Hauptplatz statt. Es wurde nicht, wie der Titel vermuten lässt, Bruckner dargeboten, sondern vom Bruckner Orchester Beethovens 9. Symphonie. Eine ganz hervorragende Veranstaltung mit großem Zulauf. Nur eines störte den Musikgenuss gewaltig: In der ersten Hälfte des vierten Satzes ertönte plötzlich der Lärm eines starken Dieselmotors. Dieser kam von einem Kran mit Hebebühne, von dem aus sich ein Fotograf eine gute Sicht erhoffte. Rundum das Gerät wurde gebuht und gepfiffen, so dass der Spuk nach 5 Minuten wieder ein Ende hatte. Gestört hat es trotzdem immens.

Nach langem Applaus ließ sich Dennis Russel Davis doch zu einer Zugabe überreden. Nachdem ja aus dem letzten Satz der 9. Symphonie die Europahymne stammt, bot das Orchester noch die insgeheime österreichische Hymne dar – den Donauwalzer. :-) Wunderschön!
Bruckner Open-Air 2008

Michael Köhlmeier beim Literaturfest Salzburg

Samstag vor einer Woche waren wir mit Sara und Johannes bei einer Lesung von Michael Köhlmeier im Rahmen des Salzburger Literaturfests im Haus für Mozart. Es sollte von 14 bis 18 Uhr dauern, was mir kurzzeitig schon ein wenig Sorgen gemacht hat – so lang sitzen… Aber im Endeffekt hätte es noch einmal so lang dauern dürfen! Michael Köhlmeier ist ein so begnadeter Erzähler und die klassischen Sagen des griechischen Altertums ein derart spannender Stoff, dass man die Zeit vergisst und absolut in den Bann der Geschichten gezogen wird.

Eine Lesung direkt mitzurerleben ist zwar nicht zu übertreffen, für alle, die diese Gelgenheit aber nicht haben, sind die Hörbücher und die wöchentliche Sendung auf BR alpha (derzeit Märchen) von Michael Köhlmeier ein heißer Tipp!