Was sonst so passiert ist

Seit April hatten wir schon einige sommerliche Tage und Stefan und ich waren viel draußen unterwegs. Wir waren Minigolf spielen (fast frustrierend, weil die Kinder, die auch dort waren, besser zu spielen schienen als wir), ich war endlich auch mal draußen am Fels klettern (hat mir gut gefallen, hoffentlich bald wieder), waren im Zoo in Schmiding, sind mit den Delfinen …äh… Saiblingen im Schwimmteich geschwommen ;-) und haben uns beim Geocachen einen Weg durch so manche Gstätten gebahnt. Und ich bin mit dem Rad zu Stefan rauf gefahren, über den Bauernberg rauf brav durchgetreten, in einer guten Zeit (wie ich fand)! Ich hoffe, ich kann mich dazu öfter aufraffen ;-) Außerdem hat mir Stefan eine neue Spindel, einen Wikinger-Gürtel und mit mir gemeinsam einen Brettchenwebrahmen gebaut. Ich hab ihm eine Hose und Tunika und mir einen Klappenrock/Mantel, ein neues Unter- und ein Trägerkleid genäht.

3. Mai 2009, 16,5°C Wassertemperatur Zutrauliches Äffchen Zoo Fotos

Ich arbeite brav an meiner Diplomarbeit und hab auch das Gefühl, es geht voran. Zu diesem Zweck bin ich eigentlich jeden Tag am Institut – ich versuch, “normale Arbeitszeiten” durchzuziehen. Ein aktuelles kleines Highlight ist, dass ich von Actel (ein FPGA-Hersteller) ein Starter Kit mit einem ihrer neuesten Low-Power FPGAs geschenkt bekommen, weil ich ihnen geschrieben hab, dass ich es für meine Arbeit verwenden möchte :-)

Mein Schwester Monika hat sich verlobt und wird nächstes Jahr heiraten! Und ich bin ihre Trauzeugin! :-) Monika und Andy bloggen übrigens auch – monalundandy.wordpress.com

Weniger erfreulich ist, dass mein iBook einen Unfall hatte. Das Display-Panel ist gebrochen und es steht noch nicht fest, wie viel ich von der Versicherung krieg (die wollen es womöglich behalten und mir halt den Restwert auszahlen – ich bin skeptisch).

Frühling in Österreich

In einem meiner letzten Einträge habe ich mir den Frühling herbeigesehnt – Ende März war es dann so weit und wir haben das herrlich warme Wetter für einen kleinen Ausflug mit Stefans Eltern genutzt. Wir waren mit zwei Booten (Stefan und ich im Kanu, seine Eltern im neuen Zweier-Kajak) auf der Regattastrecke in Ottensheim. Es war mein Kanu-Debüt, aber nach Anfangsschwierigkeiten (Wie halt ich jetzt dieses Paddel richtig? Ich soll den Schlagrythmus festlegen (und halten)!? U.s.w.) hat es ganz gut funktioniert, auch wenn ein ordentlicher Muskelkater in der Schulterpartie vom Klettern der Geschwindigkeit nicht grade zuträglich war. Wir haben dann am Strand gegrillt und das Kajak stilecht mit Sekt getauft – es heißt jetzt Ylvi, weil das Kanu Wickie heißt ;-)

Am ersten April-Wochenende haben wir die Mittelaltermarktsaison in Langenzersdorf eröffnet. Ein traumhaftes Wochenende (ich hab mir gleich einen Sonnenbrand geholt) und ein stimmungsvoller Markt mit vielen interessierten Besuchern. Toll war natürlich das Naherholungsgebiet Seeschlacht als Veranstaltungsort – wir haben direkt am See gelagert! Und weil uns immer irgendein Blödsinn einfällt, haben wir den Sonntag Vormittag für einen Filmdreh genutzt – zu sehen bei YouTube :-P

Achja – ich hab mich im Korbflechten versucht! Beim Picknick in Ottensheim haben wir jede Menge Weidensprossen auf der Schotterbank vorgefunden – da wurde kurzerhand geerntet und ich hab zu flechten begonnen. In Langenzersdorf wurde mein erstes Körbchen dann fertig gebaut. Zwar noch ein bisschen unförmig, aber für so eine Spontanaktion ganz passabel, find ich. Bei meinen Eltern daheim würden jetzt längere Weidenruten darauf warten, verarbeitet zu werden. Das wär natürlich schön als Schauhandwerk im Lager, aber wie transportier ich die jetzt wieder…

Galerie Langenzersdorf bei Huscarl, auf gungnirs-snata.at

Ja, ich geb’s zu, ich spinn!

Manche würden wohl sagen, dass ich schon immer ziemlich spinnen konnte ;-) Aber das Handwerk mit der Handspindel beherrsche ich erst seit kurzem einigermaßen brauchbar. Und wie es so ist mit mir und neuen Handarbeitstechniken – es lässt mich nicht mehr los! Im Sommer hab ich ja von Inga in Heidenreichstein eine Kreuzspindel geschenkt bekommen. Die ist jetzt ziemlich lang rumgelegen, bis ich ihr auch noch 1kg süddeutsche Merinowolle im Kammzug (ursprünglich übrigens von Filzrausch) abgekauft habe und seitdem bin ich am werken. Einen Teil des ersten dicken Garns hab ich schon zu einem Täschchen für meine neue Kamera “vernadelt”. Mittlerweile hab ich aber festgestellt, dass mir dünnes Garn viel leichter von der Hand geht. Ist nur die Frage, was ich dann damit mach – zum Nadelbinden ist es eindeutig zu dünn, selbst wenn ich’s noch verzwirne! Vielleicht sticken oder weben… Dazu muss ich zumindest einen Teil noch (pflanzlich) färben (und schon wieder ein neues Projekt).

1kg Süddeutsche Merinowolle im Kammzug Mein erstes handgesponnenes Garn Mein erstes Garn So fein spinn ich schon

Nächste Anschaffungen (ich schiele Richtung Stefan) – eine Spindel mit rundem Wirtel, wie sie die Wikinger benutzten, und eine (historisch korrekte) Haspel. :-)

Mittelalterfest Heidenreichstein

So, endlich also mein Eintrag zum vergangenen Wochenende. Abgesehen davon, dass ich Montag und eigentlich auch Dienstag noch ziemlich geschlaucht war, find ich es immer recht schwierig, ein so intensives Erlebnis hier zusammen zu fassen. Hier jedenfalls auch ein Link zum allgemeinen Bericht auf Huscarl. Und auch gleich vorweg – ich hab natürlich keine Kamera mitgehabt, aber es gibt auf Huscarl zwei Galerien (und hoffentlich bald auch eine auf der Gungnirs Snata Homepage) Galerie1, Galerie2. Da könnt ihr “Findet Mækja” spielen – meines Wissens nach bin ich auf 17 Fotos zu sehen ;-)

Aber kommen wir zu den Fakten. Der Wetterbericht für Freitag und Samstag war furchtbar schlecht, dementsprechend hab ich mir ja noch eine Gugel zu meinem Umhang genäht und auch die lange Unterwäsche eingepackt (man weiß ja nie). Donnerstag Abend konnten wir die Zelte noch aufbauen, dann hat es zu regnen begonnen und bis auf kurze Pausen bis Samstag Abend nicht mehr aufgehört. Donnerstag war’s halb so wild – eben nicht viele Besucher, aber die Stimmung war noch recht gut. Mein Umhang und meine Schuhe haben dem Regen gut Stand gehalten und ich konnte mich auch zum Nähen aufraffen (hab mir ein Kopftuch genäht und ein grünes Valknut im Kettstich aufgestickt). In der Nacht auf Samstag wurde das Wetter so richtig schlecht. Morgens bin ich noch recht positiv aufgewacht und hab mich gefreut, dass es in den Fellen so kuschelig warm war. Dann hab ich entdeckt, dass am Fußende Wasser ins Zelt gekommen ist und mein komplettes Zeug (außer meinem Pyjama) nass war. Njala hat mir freundlicherweise ein Unterkleid geliehen und meine Kleider wurden auch einigermaßen schnell trocken, aber die Schuhe waren den ganzen Tag nass-kalt (wenn sich Leder erst mal volgesogen hat…). Da halfen dann auch die neuen Schurwolleinlagen nicht viel. Samstag Abend, pünktlich zur partiellen Mondfinsternis, riss es auf und blieb zum Glück dann auch die ganze Nacht und am Sonntag trocken, was einen ordentlichen Besucheransturm verursachte.

Soviel zum Wetter – hört sich jetzt wahrscheinlich nicht so toll an. Und trotzdem würde ich morgen gleich wieder fahren wollen! Ich hab so viele nette Leute kennen gelernt und einen lieben Freund gewonnen. Zum Beispiel habe ich Inga vom Mjöllnir-Clan das Nadelbinden gezeigt und sie hat mir eine Spindel geschenkt! Oder Uli der Schmied – ich hab ihn Samstag bei der Mondfinsternis kennengelernt und Sonntag hat er mir ein Messer geschmiedet, quasi nach Maß, nur für mich! Viclav hat mir Nadelrohlinge aus Buche geschenkt. Florian (der Chefredakteur von Huscarl) hat mir Samstag Mittag ein Verdauungsschnapserl spendiert, als ich wegen des “verschleppten” Hungers nichts zu Essen runtergebracht hätte. Bei Arduinnas Gefährten durfte ich das Bogenschießen probieren und dass ich einem von ihnen einen Knopf am Hemd angenäht habe, wurde mir mit einer Fußwaschung und -massage(!) vergolten! Dabei sei auch Beigarth erwähnt, der seine Beschützerrolle sehr ernst nahm und den “Masseur” keine Minute aus den Augen ließ, das Schwert immer griffbereit. Mir wurde so unglaublich viel Freundlichkeit zu Teil – danke euch allen! Und nicht zu vergessen allen Mitgliedern von Gungnirs Snata, die mich in keinem Moment spüren ließen, dass ich “nur” als Gast mit ihnen mit war – ich hoffe, ihr nehmt mich wieder einmal mit!

Ein paar Fotos gibt es doch, und zwar von den materiellen Mitbringseln dieses Wochenendes:

  • Das Kopftuch, bestickt mit einem grünen Valknut (passend zu meinem Trägerrock):

Kopftuch mit Valknut

  • Eine große und eine kleine Ringfibel (für Umhang und Gugel) aus Bronze von der Bockschen Werkstatt
  • Mein neues Messer (speziell für mich geschmiedet!) mit Griff aus Birke (den werd ich noch etwas nachbearbeiten) und einer von Martin genähten Scheide
  • Holzlöffel für künftige Märkte (hab zu fragen vergessen, welches Holz das ist)
  • Und die Spindel von Inga (ja, ich weiß, bei den Wikingern gab es keine Kreuzspindeln, aber zum Probieren find ich sie super!)

Ringfibeln Messer und Scheide Löffel Spindel

Ausstattungs-Update

Martin ist schon auf dem Weg nach Tschechien, ich bin noch eine Nacht daheim – höchste Zeit, dass meine Ausstattung fertig wird!

Gestern Abend hat Martin meine Schuhe noch fertig genäht. Sie sind natürlich weit nicht perfekt, aber das erste Paar, bei dem wir den Schnitt und alles selbst gemacht haben! Dementsprechend stolz sind wir auch. Am Wochenende wird sich zeigen, wie praxistauglich sie sind.
Wendeschuhe Wendeschuhe
Während Martin nähte, hab ich einen der Socken-Fehlversuche in einen Beutel umgearbeitet, in dem ich Kleinkram am Gürtel transportieren kann. Das wiederum geschah unter anderem mit einer neuen Nadel aus Haselnussholz (Danke Beigarth!), die ich beim sonntäglichen Training geschnitzt habe (links im Bild). Rechts daneben meine “alte” Nadel, die ich mal aus Holz aus dem Garten von Martins Eltern geschnitzt habe. Eventuell Zwetschge?
Beutel Selbstgeschnitzt!
Und da der Wetterbericht für das Wochenende leider schlecht ist und sich die nette Frau beim Textil Müller vermessen hat, habe ich mir aus dem überschüssigen Stoff meines Rechteckmantels auch noch gleich eine Gugel genäht (das kapuzenartige Ding ;-) ). Danke Aeringa für den Schitt! Am Bild schon in Kombination mit dem Umhang.
Gugel Gugel
So, jetzt muss ich nur noch die Schuhe mit Leinölfirniss und Bienenwachs einlassen, mir ein Kopftuch nähen und alles zusammenpacken, dann kann’s los gehen! :-)

Ich hänge an der Nadel

Ja, so weit ist es gekommen! Da sitz ich tatsächlich Freitag Abend zu Hause, sehe Mondscheintarif im Fernsehen und nadle dabei meine erste Socke fertig… Und sie sitzt perfekt! :-D Seht selbst:
Socke!
Kleiner Wehrmutstropfen – in meine neuen Wendeschuhe (dazu demnächst mehr) werd ich wohl nicht passen damit… Hab sogar Probleme in meine ausgelatschten Birkenstocks zu kommen. ;-)

Für die ersten beiden Fehlversuche habe ich auch einen Verwendungszweck gefunden: einer wird noch ein bissl erweitert und zu einem Beutel für Kleinkram, den ich mir an den Gürtel hängen kann, der andere wird erst einmal so gelassen und zum Schüsserl für Kleinkram (Danke Sara!).

Am Sonntag beim Training wird dann das Pendant fällig. Übrigens: F1 UO/UOO Oslo-Stich

Nadelgebundene Socken (oder so)

Nachdem ich letzte Woche beim Textil Müller supergünstige Schurwolle ergattert habe (€7 das Kilo!) und mein erster Versuch so toll geklappt hat, habe ich mich gleich an nadelgebundene Socken gemacht (kann ich ja auch bald brauchen). Geringelt, weil ich einfach auf Ringelsocken steh. Nur irgendwie hab ich’s beim Zunehmen am Anfang wohl zu gut gemeint und bin erst relativ spät draufgekommen… Bei Martins Kappe hat ja das Filzen zur perfekten Passform beigetragen, aber falls es überhaupt funktionieren würde, so viel “weg zu filzen”, wären die Socken wohl nachher viel zu dick. Hm.

Socken? Socken?

Ich werd wohl ein neues Paar anfangen, aber was mach ich mit den Angefangenen? Wegwerfen kommt nicht in Frage, auftrennen auch eher nicht (der größte Vor- und Nachteil von Nadelgebundenem: es lässt sich sehr schwer auftrennen), tut ja auch der Wolle nicht gut. Also – Vorschläge bitte! :-)

Nadelgebundene Kappe

Ich habe vor längerer Zeit schon mal das Nadelbinden ausprobiert, aber es wollte nicht so richtig klappen… Natürlich konnte ich das nicht auf mir sitzen lassen, startete am Sonntag einen neuen Versuch und siehe da – geht doch eh! Und so hat Martin nun endlich seine (lang versprochene) nadelgebundene Kappe aus brauner Schurwolle (Daumenfesselmethode, Oslo-Stich) bekommen. Um das Gewebe etwas zu verdichten (und um die Größe ein bisschen zu reduzieren) habe ich die genadelte Kappe schließlich mit warmen Wasser und Seife (natürlich selbstgesiedet ;-) ) gefilzt.

Hier das Ergebnis vor und nach dem Filzen:
Nadelgebundene Kappe, ungefilzt Nadelgebundene Kappe, fertig gefilzt

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